Beim Autotest spielst du deinen Mix im Auto und danach auf Earbuds, einem Handylautsprecher und einer Bluetooth-Box. So hörst du, was sich abseits deiner Monitore ändert. Jedes System übertreibt oder versteckt einen anderen Teil des Mixes. Nützlich wird der Test, wenn du zwei Versionen auf demselben System bei gleichem Pegel vergleichst, mit einem bekannten kommerziellen Track als Check. Dass ein Mix im Auto anders klingt, ist normal. Erschlägt der Bass im Auto die Stimme, bei deinem Referenztrack aber nicht, weißt du, was du korrigieren musst.

Warum ein Mix im Auto anders klingt

Studio, Auto und Earbuds stellen verschiedene Lautsprecher in verschiedene Räume. Ein Fahrzeuginnenraum ist klein und geschlossen. Tiefe Frequenzen stauen sich dort, und manche Bassnoten klingen lauter als andere. Die Lautsprecher sitzen tief in den Türen und seitlich, du sitzt also selten in der Mitte des Stereobilds. Fahr- und Motorgeräusche überdecken leise Details, sodass Hallfahnen, leise Begleitstimmen und leise Automationen verschwinden können.

Auch der Pegel verändert das Bild. Bei niedrigem Pegel hören die Ohren Tiefen und Höhen schlechter (ISO 226, die Fletcher-Munson-Kurven). Ein Mix, der leise im Stau läuft, klingt dünner als derselbe Mix laut auf der Autobahn. Lass den Lautstärkeregler beim Vergleichen an einer Stelle, sonst vergleichst du Lautstärken statt Mixe.

Was jedes System zeigt

Wähle Systeme, die deine Hörer nutzen. Vier decken die meisten ab.

SystemWas es zeigtWorauf du hörst
AutoStau im Bass, Maskierung durch Fahrgeräusche, Stereobild außerhalb der MitteKick und Bass, die kämpfen, dröhnende Noten, eine Stimme, die unter die Band rutscht
EarbudsDetails nah am Ohr, breites Stereo, Bass je nach SitzScharfe Zischlaute, gepannte Elemente, die zu weit außen klingen, Rauschen und Klicks
HandylautsprecherKaum tiefer Bass, schmales Bild oder MonoOb die Basslinie noch zu hören ist, der Vocal-Pegel, Elemente, die in Mono verschwinden
Bluetooth-BoxKleine Lautsprecher, oft Mono, oft mit zusätzlichem BassBalance zwischen Stimme und Drums, überladene untere Mitten, ein Mix, der matschig wird

Auto

Im Auto zeigen sich Probleme im Bass zuerst. Spiel den Refrain und hör Kick und Bass zusammen. Springt eine Note der Basslinie heraus, ist sie vielleicht auch im Mix laut, oder der Innenraum hebt sie an. Dein Referenztrack sagt dir, was davon zutrifft. Dröhnt die Referenz genauso, liegt es am Auto. Wenn nicht, schau dir diese Note im Mix an.

Earbuds

Earbuds bringen den Klang direkt in den Gehörgang. Sie legen scharfe Höhen, Schnitte, Atmer und Rauschen offen, die Monitore auf Abstand verstecken können. Der Bass hängt davon ab, wie gut sie abdichten. Drück sie also fest rein und prüf den Sitz, bevor du den Bass beurteilst. Hart gepannte Elemente können weiter außen klingen als auf Lautsprechern.

Handylautsprecher

Ein Handylautsprecher kann keinen tiefen Bass spielen. Eine Basslinie mit viel Sub kann also verschwinden. Ist der Bass auf dem Handy noch zu hören, hat er genug Obertöne. Viele Handylautsprecher spielen fast Mono, das ist also auch ein schneller Mono-Check. Löscht sich ein Element hier aus oder verschwindet es, schau dir seine Stereobearbeitung an.

Bluetooth-Box

Eine kleine Bluetooth-Box spielt meist Mono und fügt oft eigenen Bass hinzu. Sie zeigt, ob die Stimme über den Drums sitzt, wenn alles aus einer kleinen Kiste kommt, und ob die unteren Mitten zu Matsch werden.

So vergleichst du Versionen auf jedem System

Einmal einen Mix hören sagt dir, wie dieses System klingt. Zwischen zwei Versionen und einer Referenz zu wechseln sagt dir, was du ändern musst.

  1. Bounce die Versionen, die du vergleichen willst, zum Beispiel den aktuellen Mix und einen mit 1 dB weniger Bass. Nimm eine kommerzielle Referenz im selben Stil dazu. Mehr dazu im Ratgeber Referenztracks richtig nutzen.
  2. Gleiche ihre Lautheit an. Eine Version, die 1 dB lauter ist, kann voller und heller klingen und allein deshalb gewinnen. Der Ratgeber zur Pegelangleichung erklärt, wie du nach integrierten LUFS angleichst.
  3. Stell die Lautstärke einmal ein und lass sie so. Nimm einen Pegel, bei dem du normalerweise hörst.
  4. Spiel denselben Abschnitt jeder Version und wechsle an derselben Stelle im Song. So vergleichst du dieselben Noten.
  5. Schreib in einfachen Worten auf, was du hörst, etwa „Bass im Refrain lauter als die Referenz“ oder „Stimme rutscht bei 1:40 unter die Gitarren“. Korrigiere diese Punkte im Studio und wiederhole den Test.

In ABSeq lädst du bis zu vier Versionen auf A, B, C und D. Auto Gain senkt jeden Track auf den leisesten ab, und die A/B-Taste springt an derselben Stelle im Song zum nächsten Track. ABSeq spielt und wechselt auch bei gesperrtem Bildschirm weiter. Die Taste für den nächsten Titel auf dem Sperrbildschirm oder im Kontrollzentrum springt zur nächsten Version, über Bluetooth, Kabelkopfhörer oder das Autoradio.

Wechseln, ohne das Handy anzufassen

Richte den Vergleich ein, bevor du losfährst, und wechsle nur im Stand oder lass jemanden auf dem Beifahrersitz wechseln. Ein Sequencer, der von selbst die Version wechselt, lässt dich hören, ohne das Handy in die Hand zu nehmen. Ein ganzer Takt (1/1) bei 120 BPM wechselt alle 2 Sekunden. Für längere Passagen jeder Version stellst du von Hand ein niedrigeres Tempo ein. Bei 60 BPM dauert ein ganzer Takt 4 Sekunden, bei 30 BPM 8 Sekunden. Der Abschnitt zum Sequencer in der Hilfe erklärt die Einstellungen für Tempo und Unterteilung.

Das Ergebnis lesen

Nicht jeder Unterschied, den du hörst, braucht eine Korrektur. Beurteile jedes System im Vergleich zum Referenztrack, nicht zu deinem Studio.

  • Dröhnen Referenz und Mix im Auto beide, liegt es am Auto. Lass es so.
  • Dröhnt nur dein Mix, ist sein Bass schwerer als der der Referenz. Vergleiche die beiden im Studio an einem Spektrum oder einem Graphen für tonale Balance.
  • Rutscht die Stimme auf jedem System unter die Band, heb sie an. Rutscht sie nur auf einem, prüf erst, wie sich die Referenz dort verhält, bevor du etwas änderst.
  • Gewinnt eine Version auf drei von vier Systemen, nimm sie, außer das vierte System ist das, auf dem die meisten deiner Hörer hören.

Liegen zwei Versionen nah beieinander und du kannst dich nicht entscheiden, klärt ein blinder A/B-Test auf deinen Hauptkopfhörern die Frage, ohne dass deine Erwartungen dazwischenfunken.

Fragen

Warum klingt mein Mix im Auto anders?

Ein Fahrzeuginnenraum ist klein und geschlossen, tiefe Frequenzen stauen sich, und manche Bassnoten klingen lauter. Die Lautsprecher sitzen tief und seitlich, und Fahrgeräusche überdecken leise Details. Spiel eine kommerzielle Referenz im selben Auto beim selben Pegel. Verändert sie sich genauso, liegt der Unterschied am Auto, und der Mix ist in Ordnung.

Was ist der Autotest beim Mixen?

Beim Autotest spielst du einen Mix im Auto, um zu prüfen, wie er auf einem System klingt, auf dem viele Leute hören. Vergleiche ihn bei gleicher Lautheit mit einem Referenztrack, notiere die Unterschiede, korrigiere sie im Studio und teste erneut.

Warum klingt mein Mix auf dem Handylautsprecher schlecht?

Ein Handylautsprecher kann keinen tiefen Bass spielen und spielt oft fast Mono. Eine Basslinie mit wenig Obertönen verschwindet, und Elemente, die von Stereobreite leben, werden dünn oder verschwinden. Behält der Referenztrack auf demselben Handy seine Basslinie und dein Mix nicht, gib dem Bass mehr Obertöne.

Wie prüfe ich meinen Mix auf Earbuds?

Drück die Earbuds so rein, dass sie abdichten, stell einen normalen Hörpegel ein und lass ihn so. Wechsle bei gleicher Lautheit zwischen deinem Mix und einer Referenz und hör auf scharfe Höhen, Zischlaute, Rauschen und hart gepannte Elemente, die zu breit klingen.